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Interview mit Unternehmer Daniel Fuehrer: Mit schadstofffreien Möbeln Rückzugsorte schaffen

Diese Woche hatte ich das Vergnügen Daniel Führer zu interviewen. Daniel liegt Nachhaltigkeit sehr am Herzen und er hat sich ganz dem nachhaltigen Möbelbau verschrieben. Aber lest selbst was Daniel zu erzählen hat.

Daniel Führer
Daniel Führer: Rückzugsgebiete durch Massivholzmöbel

Hallo Daniel, bitte erzähle uns doch einmal kurz von dir persönlich?

Mein Name ist Daniel Führer und bin 37 Jahre alt. Ich bin seit 6 Jahren alleinerziehender Papa von einem jetzt 17 Jährigen Sohn. Ich habe nach der Pflichtschule eine Tischlerlehre gemacht danach habe ich in der Fensterproduktion, als Lackierer bei Magna Steyer, und im Baumarkt in der Holzabteilung gearbeitet. Danach hab ich eine Ausbildung zum CAD-Techniker und eine LAP-Ausbildung zum bautechnischen Zeichner gemacht. Diese Ausbildungen kommen mir heute sehr zu gute. Im Jahr 2014 hab ich dann meinen Traum verwirklicht und die Meisterprüfung im Handwerk Tischler gemacht. Im Jänner 2015 hab ich die erste Holzmanufaktur in der Steiermark in Lebring gegründet.

Daniel, was machst du beruflich?

Als Betreiber einer sehr nachhaltigen Holzmanufaktur in der Steiermark ist es mir sehr wichtig das gesunde Möbel zu meinen Kunden kommen. Schadstoffe wie Formaldehyd werden bei uns aus den Möbeln verbannt. Dadurch entstand die Idee Möbel zu produzieren die vollkommen schadstofffrei sind.

Und so benutzen wir, als einziger Betrieb in der Steiermark Glutin-Leime wie meine Vorfahren vor 100 Jahren. Glutin-Leime sind zu 100% biologisch. Glutin wird auch als Zusatz für Lebensmittel verwendet z.b. für Sulzen, Gummibären wie auch als verdickter für Joghurts, kurzgefasst könnte man den Leim verzehren. Ich will zum Umdenken bewegen, da die heutigen Industriemöbel einen viel zu hohen Wert an Schadstoffen aufweisen.

Denn wer kenn ihn nicht - den guten Geruch von neuen Möbel? Das ist das heimtückische Formaldehyd. Und sogar die Biomöbel und die handelsüblichen Massivholzplatten werden mit unseren heutzutage üblichen Weißleimen geleimt, und diese Leime haben Kunststoffe und Formaldehyd drinnen.

Als organisches Produkt passt der Glutin Leim besser zum Holz als Kunststoff. Daher basiert mein Konzept auf der Herstellung von umweltbewusst produzierten, schadstofffreien Möbeln, womit ich Behaglichkeit und Wohlbefinden schaffen möchte!

Wie bist du dazu gekommen das zu machen?

Als alleinerziehender Vater eines 17-jährigen Sohnes lege ich sehr viel Wert auf gesunde Umgebung! Denn durch Ganztagsschule, computerunterstütztes Lernen, Videospiele in der Freizeit und dem Fernsehen werden Kinder schon früh beansprucht und gefördert. Sie verbringen viele Stunden außer Haus und sind zunehmend dem Elektrosmok ausgeliefert. Umso wichtiger ist es, Rückzuggebiete zu schaffen, die Ruhe und Geborgenheit ausstrahlen, und zusätzlich noch durch harmonische Ausstrahlung und entspannende Wirkung beruhigend wirken.

Mit Massivholzmöbel trägt man zur Gesundheit bei, da das Holz sehr offenporig ist und für ein optimales Raumklima sorgt. Durch die Offenporigkeit wird die elektrostatische Aufladung des Staubs verhindert und eine antibakterielle Wirkung erzielt. Massivmöbel haben aber auch eine besondere Ästhetik, sind robust und besitzen eine hohe Stabilität. Durch die anschließende chemiefreie Verarbeitung muss man nicht mit der Angst leben, der starken chemischen Beanspruchung aus anderen Fertigmöbeln standhalten zu müssen.

Massivmöbel in herausragender Verarbeitung haben eine hohe Ausdruckskraft, welche erfreut und über Jahre hinweg erhalten bleibt, so dass man ein Leben lang Freude an den Möbeln hat. Mein Ziel ist es zu überzeugen und zum Umdenken zu bewegen! Meine Motivation strebt sich dahin gehend, Menschen zu vermitteln, dass man sein Augenmerk auf Gesundheit und Wohlbefinden legen soll, und einfach die Natur ins Haus holt.

Daniel Führer am arbeiten
Daniel Führer am arbeiten in der nachhaltigen Holzmanufaktur

Wer oder was hat dich am meisten inspiriert deine Selbstständigkeit aufzubauen?

So wie die Selbständigkeit schon während der Lehrzeit das erklärte Ziel war, kristallisierte sich auch bald die Ausrichtung des Betriebes heraus: Die Produktion von Naturholzmöbeln für alle Generationen. Diesen hohen Anspruch erfülle ich mit hohen Auflagen an sich und mit meiner Arbeitsweise. So setzt ich auf heimisches Massivholz, eine natürliche Behandlung der Oberflächen durch Bürsten, Wachsen, Ölen oder Einlassen mittels Leinöl und auf eine umweltfreundliche Verbindung mit biologischen Glutin-Leim.

Wo siehst du dich und dein Unternehmen in 5 Jahren?

Ich habe zurzeit meine Produktionshalle gemietet, und in 5 Jahren möchte ich meine eigene Halle haben. Und ich hoffe, dass ich unsere Wegwerf-Gesellschaft zum Umdenken überzeugt habe und meine eigene Möbelmarke habe.

Was gefällt dir an deiner Tätigkeit am meisten?

Das ich jeden Tag mit einem lebenden Werkstoff arbeiten darf und das ich meinen Kunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern darf.

Wo findet man dich in der Freizeit am ehesten?

Ich bin sehr naturverbunden und daher findet man mich in Wäldern und Bergen mit meinen Hunden.

Wenn ein Kunde bei dir etwas kauft, wie geht es dir dann dabei?

Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, denn da weiß ich das ich nicht nur gegen Windmühlen kämpfe sondern auch einen Schritt zum Umdenken erreicht habe.

Was ist das Schwierigste in deinem Arbeitsalltag?

Das mein Konzept und meine Fertigungsverfahren nicht von der Wirtschaft unterstützt werden und ich oft glaube ich kämpfe alleine fürs Umdenken für ein gesundes Wohnklima.

Welche Botschaft möchtest du in die Welt hinaus tragen?

Nachhaltigkeit geht uns alle was an, denn auch unsere Kinder sollten noch einer gesunden Umwelt leben können. Es ist 5 vor 12 und wir müssen einlenken.

Lieber Daniel, danke, dass du dir für dieses Interview Zeit genommen hast.

Wer noch mehr über Daniel erfahren will findet noch mehr Bilder und Informationen auf dem Unternehmerprofil von der Holzmanufaktur auf Zweimalfreude.

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Categories: Interviews Möbel Nachhaltigkeit KärntnerInnen

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